Effiziente Ladungssicherung hängt von der Art des Ladegutes ab und beginnt bei der richtigen, transportgerechten Verpackung, dem Beladen und dem Stauen und Sichern des Ladegutes. Nur gut verpackte und verstaute Ware kann beförderungs- und verkehrssicher gesichert und transportiert werden.

Die Arten der Ladungssicherung

Die formschlüssige Ladungssicherung

Formschlüssige Ladungssicherung: Absicherung in Fahrtrichtung mit Paletten Formschlüssige Ladungssicherung: Absicherung in Fahrtrichtung mit Paletten

Bei der formschlüssigen Ladungssicherung wird das Ladegut direkt und ohne Ladelücke bis an die Laderaumbegrenzung (Stirnwand, Bordwand, Rungen etc.) verladen.
Die formschlüssige Verladung gilt in Kombination mit XL-Aufliegern als besonders effiziente Methode der Ladungssicherung.


Ist dies aufgrund der Beschaffenheit des Ladegutes nicht möglich, kann der Formschluss unter Zuhilfenahme von Spanngurten und Hilfsmitteln erreicht werden.

Kraftschluss durch Niederzurren Kraftschluss durch Niederzurren

Die kraftschlüssige Ladungssicherung

Bei der kraftschlüssigen Ladungssicherung wird durch das Niederzurren des Ladegutes die Gewichtskraft des Ladegutes erhöht und damit eine bessere Ladungssicherung erzielt.


Dies erreicht man z.B. durch Niederzurren mit Spanngurten.

Formschluss und Kraftschluss kombiniert Formschluss und Kraftschluss kombiniert

Die kombinierte Ladungssicherung

Bei der kombinierten Ladungssicherung werden Elemente der formschlüssigen und kraftschlüssigen Ladungssicherung kombiniert. Das Ladegut wird z.B. an die Stirnwand geladen und mit Spanngurten form- und kraftschlüssig verzurrt. In der Praxis ist dies eine sehr häufig angewandte Methode der Ladungssicherung.


Bei den hier abgedruckten Abbildungen handelt es sich um Symbolbilder. Informationsblätter mit konkreten Praxisbeispielen gemäß EN 12195-1 zu den unterschiedlichen Methoden der Ladungssicherung für verschiedene Produktgruppen erhalten Sie von Ihrer Ansprechperson.

Video-Clip "Arten der Ladungssicherung"

Arten der Ladungssicherung play
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Physikalische Grundlagen der Ladungssicherung

Kräfteeinwirkung auf das Ladegut beim Straßentransport

Bei normalem Fahrbetrieb (dazu gehören auch Vollbremsungen, Beschleunigungen, Ausweichmanöver und schlechte Straßenverhältnisse) wirken enorme Kräfte auf das Ladegut ein.


Beispiel: 0,5 G zur Seite bedeuten, dass Ladegut mit 10 to Eigengewicht mit Kräften von bis zu 5 to Gewicht in die Plane drücken kann: 0,5 G = 50 % des Eigengewichtes.



Kräfteeinwirkung auf das Ladegut beim Straßentransport

Reibbeiwert µ (mü)

 

Wenn die Ladung auf der Ladefläche steht, entsteht zwischen dem Ladegut und dem Aufliegerboden Reibung, die mit dem Reibbeiwert μ (mü) ausgedrückt wird. Dieser dient zur Berechnung der Rutschfähigkeit der Ladung und der benötigten Anzahl an Spanngurten.

Spanngurte und Hilfsmittel zur Ladungssicherung

Die ausreichende Anzahl von Ladungssicherungsmitteln (Spanngurte, Kantenschoner, Antirutschmatten) und deren einwandfreier Zustand sind Grundvoraussetzung für eine effektive Ladungssicherung.
Spanngurt mit Langhebelratsche Spanngurt mit Langhebelratsche Vorspannkraft-Messgerät Vorspannkraft-Messgerät

Spanngurte und Vorspannkraft-Messgerät

Spanngurte dienen in erster Linie zur Herstellung einer kraft- und formschlüssigen Ladungssicherung am Fahrzeug. Durch das Niederzurren wird die Gewichtskraft erhöht und eine bessere Ladungssicherung erreicht. Prinzipiell unterscheidet man:

  • Kurzhebelratsche mit ca. 350 daN (kg) Spannkraft
  • Langhebelratsche mit ca. 500 daN (kg) Spannkraft

Die effektive Spannkraft hängt grundsätzlich davon ab, mit welchem Kraftaufwand der Spanngurt mittels der Ratsche angezogen wird. Deshalb kann die effektiv erreichte Spannkraft nur mit Hilfe eines Vorspannkraft-Messgerätes ermittelt werden.

Video-Clip "Handhabung von Spanngurten"

Handhabung von Spanngurten play
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Hilfsmittel: Antirutschmatten und Kantenschoner

Grundsätzlich erhöhen Antirutschmatten den Reibbeiwert. Diese Eigenschaft ist in der Ladungssicherung jedoch nur bei bestimmten Produkten ein Vorteil. Bei anderen Produkten kann ihr Einsatz sogar nachteilige Auswirkungen haben (z.B. Ware verrutscht auf Palette, verstärkt Kippwirkung).

Kantenschoner schützen nicht nur das Ladegut und den Spanngurt, sondern sind ein effektives Hilfsmittel der Ladungssicherung. Sie verteilen die Vorspannkraft gleichmäßig.

LKW WALTER führt als Standardausrüstung 20 Spanngurte mit. Antirutschmatten und Kantenschoner gibt es nicht als Standard-Produkte. Der Kunde muss abhängig von deren Verwendung definieren, welches Produkt mit welchen Eigenschaften er benötigt.

Die Verantwortungen in der Ladungssicherung

CMR

Die CMR ist die wichtigste, rechtliche Grundlage zur Durchführung internationaler Transporte und regelt auch die Verantwortungen in der Ladungssicherung.


Artikel 17.4. b. und c.

Der Frachtführer ist (…) von seiner Haftung befreit, wenn der Verlust oder die Beschädigung aus den mit einzelnen oder mehreren Umständen der folgenden Art verbundenen besonderen Gefahren entstanden ist:

  1. Fehlen oder Mängel der Verpackung, wenn die Güter ihrer Natur nach bei fehlender oder mangelhafter Verpackung Verlusten oder Beschädigungen ausgesetzt sind.
  2. Behandlung, Verladen, Verstauen oder Ausladen des Gutes durch den Absender, den Empfänger oder Dritte, die für den Absender oder Empfänger handeln.
Die Verantwortungen in der Ladungssicherung

Die Verantwortungen der Ladungssicherung werden durch unterschiedliche rechtliche Grundlagen geregelt. Im Wesentlichen teilen sich der Verlader (Ladepersonal) und der Frachtführer (Fahrer) die Verantwortung für die ordnungsgemäße Ladungssicherung.


Beförderungssichere Verladung

  • Das Ladegut und dessen Verpackung müssen in ordnungsgemäßen Zustand und für den Transport geeignet sein (stabile Verpackungseinheit).
  • Die eingesetzten Paletten oder andere Ladehilfsmittel müssen technisch einwandfrei sein.
  • Die Ladung muss so gestaut und gesichert werden, dass sie nicht verrutschen kann, Beschädigungen vermieden werden und ein Umfall oder Herabfallen vom Fahrzeug ausgeschlossen ist.

Betriebssichere Verladung

  • Einhaltung des zulässigen Gesamtgewichts
  • Einhaltung der zulässigen Achslasten
  • Einhaltung der zulässigen Abmessungen des Fahrzeuges inkl. Ladung
  • Unterwegskontrolle durchgeführter Ladungssicherungsmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit, z.B. Nachspannen der Zurrmittel
  • Fahrzeugfunktionen dürfen nicht behindert werden (einseitige Stauung, kopflastige Ladung)

Normen der Ladungssicherung

EN Normen sind EU-weit gültig. Durch sie wird ein internationaler Standard für einheitliche und ordnungsgemäße Ladungssicherung definiert.

Die für unseren Geltungsbereich gängigsten Normen sind:

  • DIN EN 12195-1:2014 Festlegung der korrekten Ladungssicherung
  • DIN EN 12642 Fahrzeugaufbauten (L-/‚Normal‘ bzw. XL-Auflieger)
  • DIN EN 12640 Zurrpunkte (z.B. Haltekraft und Anordnung der Zurrösen am Auflieger)
Kombinierter Verkehr Kombinierter Verkehr

Ladungssicherung im Kombinierten Verkehr

Im Kombiverkehr muss die Ladung gegen stärkere Krafteinwirkungen in beide Fahrtrichtungen (Bahn - 1 G) und zur Seite (Fähre 0,7 G) vor dem Verrutschen gesichert werden. Die Trailer/Wechselaufbauten werden im Bahntransport sowohl in als auch gegen die Fahrtrichtungen auf die Wagons verladen.

XL-Auflieger versus Standard-Auflieger

Im Gegensatz zum Standard-Auflieger weist der XL-Auflieger in der Ladungssicherung Eigenschaften auf, die die Ladungssicherung positiv unterstützen – z.B. verstärkte Stirnwand, festerer Aufbau und verstärkte Seitenplanen. Unsere kranbare Eigenflotte besteht auschließlich aus XL-Aufliegern.

Experten zum Thema Ladungssicherung

Wie beförderungssicher zu stauen und sichern ist, liegt in der Verantwortung des Verladers, der Ware und Verpackung kennt!


LKW WALTER gibt KEINE Experten-Tipps und berät Kunden bzw. Verlader NICHT in Hinblick auf optimierte oder korrekte Ladungssicherungsmaßnahmen!


Die korrekte Ladungssicherung hängt von Beschaffenheit der Ware und Verpackung ab. Lassen Sie sich daher, abgestimmt auf Ihr Produkt, von Ladungssicherungs-Experten persönlich beraten.

  • TÜV
  • DEKRA
  • ÖAMTC
  • European Commission
  • Versicherungsexperten
  • Beratungsunternehmen Ladungssicherung

Weitere Informationen:

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